Mindestlohn & Minijob 2026: Alle neuen Grenzen und Regeln

Mindestlohn & Minijob


Mindestlohn & Minijob 2026: Alle neuen Grenzen, Regeln und Rechner

Klaus Wagner

Von Klaus Wagner, Experte für Arbeitsrecht & Sozialversicherung

✓ Fachlich geprüft | 📅 Stand: 2026 | 🏛 Quellen: BMAS, Minijob-Zentrale

Für Millionen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Deutschland bringen die Anpassungen beim gesetzlichen Mindestlohn direkte Veränderungen mit sich. Im Jahr 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 12,82 Euro pro Stunde. Da die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte (Minijobs) gesetzlich an den Mindestlohn gekoppelt ist, steigt diese Grenze parallel an. Wir fassen alle wichtigen Neuerungen für Sie zusammen und bieten einen praktischen Rechner für Ihre monatliche Arbeitszeit.

1. Der gesetzliche Mindestlohn 2026: 12,82 €

Nach den Beschlüssen der Mindestlohnkommission wurde der gesetzliche Mindestlohn zum Jahreswechsel auf 12,82 Euro brutto je Zeitstunde angehoben. Dieser Mindestlohn gilt grundsätzlich für alle volljährigen Arbeitnehmer in Deutschland – unabhängig davon, ob sie in Vollzeit, Teilzeit oder in einem Minijob arbeiten.

  • Regulärer Mindestlohn: 12,82 Euro / Stunde
  • Branchenmindestlöhne: In Bereichen wie der Pflege oder der Gebäudereinigung gelten oftmals noch höhere, branchenspezifische Mindestlöhne.
  • Ausnahmen: Auszubildende, Pflichtpraktikanten, Langzeitarbeitslose (in den ersten 6 Monaten) und Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben keinen gesetzlichen Anspruch auf diesen Mindestlohn.

2. Die neue Minijob-Grenze 2026: Der 556-Euro-Job

Durch die dynamische Koppelung an den Mindestlohn erhöht sich die Verdienstgrenze für Minijobs. Bei einem Mindestlohn von 12,82 Euro errechnet sich die neue Grenze nach einer festgelegten Formel (Mindestlohn × 130 ÷ 3). Daraus ergibt sich für das Jahr 2026 eine Verdienstgrenze von 556 Euro im Monat (zuvor 538 Euro im Jahr 2024/2025).

Das bedeutet für Sie: Sie können im Monat bis zu 556 Euro verdienen, ohne dass reguläre Steuern oder Abgaben zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig werden. Die Rentenversicherungspflicht bleibt bestehen, man kann sich jedoch auf Antrag davon befreien lassen.

⏱️ Minijob-Stunden-Rechner 2026

Berechnen Sie, wie viele Stunden Sie bei Ihrem Stundenlohn maximal im Monat arbeiten dürfen, um die 556-Euro-Grenze nicht zu überschreiten.

Mindestens 12,82 € (gesetzlicher Mindestlohn 2026)

3. Wichtige Regeln für Minijobber im Überblick

Darf ich in Ausnahmefällen mehr als 556 Euro verdienen?

Ja, aber nur in unvorhersehbaren Ausnahmefällen. Ein solcher Fall liegt beispielsweise vor, wenn ein Kollege kurzfristig krank wird und Sie einspringen müssen. Dies ist in maximal zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres zulässig. In diesen Monaten dürfen Sie das Doppelte der Grenze (also 1.112 Euro) verdienen. Insgesamt darf der Jahresverdienst in diesem Fall 7.784 Euro (14 × 556 €) nicht überschreiten.

Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung

Auch Minijobber sind ganz normale Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsrechts. Sie haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (nach vierwöchiger Beschäftigung) und Entgeltzahlung an Feiertagen. Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche (bzw. anteilig berechnet auf Ihre tatsächlichen Arbeitstage).

Übergangsbereich: Der Midijob ab 556,01 Euro

Verdienen Sie regelmäßig mehr als 556 Euro, rutschen Sie in den sogenannten Übergangsbereich (Midijob). Dieser Bereich reicht 2026 von 556,01 Euro bis 2.000 Euro. Hier sind Sie voll sozialversicherungspflichtig, zahlen aber reduzierte Beiträge, die erst bei Erreichen von 2.000 Euro auf den vollen Arbeitnehmeranteil ansteigen.

Offizielle Quellen zur Rechtslage 2026

Sämtliche Angaben basieren auf den Regelungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie der Minijob-Zentrale.

Post a Comment

0 Comments